Weltcup: Exzellente Wettkampfserie endet nicht glücklich

Trotz 5 WF-Siegen und Führung vor dem Finale
bleibt Philipp Buhl am Ende "nur" Platz 4
Am Start waren in der olympischen Laser-Klasse (Laser heißt zwischenzeitlich ILCA) 129 Boote aus 42 Nationen. Die Regattawoche über 11 geplanten Wettfahrten begann für Philipp mit einem Wettfahrtsieg. Und es folgt als schöne Abrundung des Auftaktes noch ein 3. Rang. Ergebnisse nach 2 Races bzw. 1. Tag
Am zweiten Tag lief es für den dreifachen deutschen Segler des Jahres noch perfekter: 2 Wettfahrtsiege an einem Tag und damit Tagesbestleistung. Ebenso auch Olympiasieger Matthew Wearn (Australien), der in einem anderen der insgesamt 3 Fleets segelte. Die beiden übernahmen punktgleich die Führung. Ergebnisse nach 4 Races bzw. 2. Tag
Am dritten Tag setzt der Sonthofener seine Siegserie beeindruckend fort: 2. und 1. Platz. Er führt nun und zum Ende der Qualifying-Serie das Teilnehmerfeld an. Mit nur 6 Punkten erneut gleichauf mit Wearn. Allerdings hat Philipp eine viel bessere Brutto-Punktzahl (nur 9 P.), denn er streicht zunächst einen 3. Platz als sein schlechtestes Ergebnis. Ergebnisse nach 6 Races bzw. 3. Tag
Auch in der ab dem 4. Tag neu erstellten Führungsflotte (Goldfleet, bestehend aus Teilnehmern nur des besten Drittels) lässt der Führende vom SCAI / NRV nichts anbrennen. In der nunmehr dreifach verdichteten Konkurrenz erkämpft er den 5. Wettfahrtsieg und einen 9. Rang. Mit dieser ununterbrochen stabilen Spitzenleistung bei durchwegs sehr guten und fairen Windbedingungen von mittelmäßig bis teils starkem Wind (3 bis 6 Beaufort) baut Philipp seine Führung aus. Es folgen Pavlos Kontides (Zypern, 2., +11 P.), Wearn ( 3., +16). Ergebnisse nach 8 Races bzw. 4. Tag
Doch am vorletzten Tag sollte die beeindruckende Erfolgswelle des Oberallgäuers abebben. Schwer vorhersehbare leichte Windverhältnisse, aber auch etwas defensivere Starts (Philipp: „Du willst natürlich nicht mehr zu viel Startschärfe riskieren.“) führten zu einem 29. (wurde Streichergebnis) und 19. Platz. Auch den Großteil aus der bisherigen Führungsriege ließen die schwierigen Windverhältnisse nicht ungeschoren, z. B. Wearn (14. und 15.) oder den späteren Gewinner Pavlos Kontides (17. und 7.). Nur die Engländer, Michael Beckett (2-mal 1.) und Eliot Hanson (3. und 2.) kamen mit den Gegebenheiten erstaunlich gut zurecht. Beide lieferten ihre bis dahin besten Tagesleistungen ab. Ergebnisse nach 9 Races bzw. 5. Tag Ergebnisse nach 10 Races bzw. 5. Tag
Spannender und schwieriger Endspurt
Vor allem die physische, sportliche Komponenten und somit auch das vollständige Leistungsspektrum bleiben bei solchen Grenzwertbedingungen leider außen vor.Philipp blieb trotz seiner zwei schwarzen Tage immerhin noch der an sich sehr gute 4. Gesamtplatz. Trotz Enttäuschung über den Verlust einer Medaille wenigstens ein guter Trost und ein Beleg seiner exzellenten stabilen Leistung über das erste Dreiviertel der Regatta: Plätze 1, 3, 1, 1, 2, 1, 1, 9 und Führung bis zum Schluss in den Zwischenbilanzen. Er hätte gefühlsmäßig eigentlich eine Medaille verdient.